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Strategiewahl und Vorgehensmodell

Ein Vorgehensmodell organisiert einen Prozess der gestaltenden Produktion in verschiedene, strukturierte Abschnitte, denen wiederum entsprechende Methoden und Techniken der Organisation zugeordnet sind. Aufgabe eines Vorgehensmodells ist es, die allgemein in einem Gestaltungsprozess auftretenden Aufgabenstellungen und Aktivitäten in einer sinnfälligen logischen Ordnung darzustellen. Mit ihren Festlegungen sind Vorgehensmodelle organisatorische Hilfsmittel, die für konkrete Aufgabenstellungen (Projekte) individuell angepasst (Tailoring) werden können und sollen, und die als solche in die konkrete Maßnahmenplanung überleiten.

Unterschiedliche Autoren propagieren verschiedenste Vorgehensmodelle. Diese variieren einerseits in der Anzahl und Bedeutung der unterschiedenen Phasen, andererseits hinsichtlich ihres Einsatzgebietes. So werden Vorgehensmodelle intensiv für Innovationen (insbesondere in der Softwareentwicklung) und Veränderungsprojekte (Veränderungsmanagement) eingesetzt. Gemeinsam ist allen Vorgehensmodellen der schrittweise erfolgende Weg vom Problem zur Lösung und ihr systematisch rationales Vorgehen (im Gegensatz etwa zu Versuch und Irrtum, siehe Entscheidungsstil). Die einzelnen Phasen sind Idealtypen. In der Praxis ist es oft notwendig, iterativ vorzugehen und „zurückzuspringen“. Phasenorientierte Meilensteine sollen das Risiko und die Kosten eines Scheiterns minimieren.

Bei entsprechend erweiterten Modellen kann – neben definierten Aktivitäten, Phasen und Methoden – auch (je Aktivität) festgelegt werden, welche Ergebnisse zu erzielen sind, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, wer an der Bearbeitung in welcher Rolle beteiligt sein kann etc.

Im Unterschied zu einem Vorgehensmodell, das für Projekte, also zeitlich beschränkt gilt, ist eine Verhaltensweise oder ein Verhaltenskodex (englisch code of conduct) eine Sammlung, die bestimmte Handlungen für eine unbeschränkte Zeit regelt und ggf. sanktioniert, beispielsweise im Zusammenhang mit der Gleichstellung (englisch equal treatment). Eine weitere Variante für Vorgehensregeln sind Geschäftsprozessmodelle, in denen, für Geschäftsprozesse gültig, ebenfalls das Vorgehen festgelegt wird.

Das von Erwin Grochla (1982) erarbeitete und zuerst für öffentliche Verwaltungen und Körperschaften des öffentlichen Rechts und deren Beschaffung von Datenverarbeitungsanlagen und von Anwendungsprogrammen (siehe auch Ergänzende Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen (EVB-IT)) vorgegebene Vorgehensmodell unterschied in straffer Trennung folgende Phasen:

  • Voruntersuchung
  • Ist-Aufnahme
  • Ist-Kritik
  • Sollkonzeption – Lösungsgenerierung
  • Sollkonzeption – Lösungsbewertung und -auswahl
  • Einführung/Umsetzung
  • Evaluierung und Weiterentwicklung